Themenstrang: »Praxis«

Referent_in: Jarg Bergold

Tag/Zeit: Mittwoch, 12.9.2018, 15:30–17:30 Uhr

Das Projekt »Psychosoziale Beratung«

Einige Projekte der heutigen Berliner psychosozialen Versorgung gehen auf Initiativen zurück, die im Rahmen des Projektstudiums am Psychologischen Institut der FU (1969 – 1995) entwickelt wurden – unter anderem an der Abteilung für Klinische und Gemeindepsychologie, deren Projekt »Psychosoziale Beratung« (PSB) in Berlin-Wedding bis zur Einführung des Bachelor- und Master-Systems bestand. Im dem Bezirk wurde eine gemeindepsychologische psychosoziale Versorgung aufgebaut. Gemeinsam mit Studierenden wurde die Lage analysiert, mit bestehenden Einrichtungen kooperiert und eigene Projekte initiiert. Der Anspruch bestand darin, eine gesellschaftsverändernde Praxis zu entwickeln, die vor allem Angehörigen der »Unterschicht« Entwicklungsmöglichkeiten bieten und die individualistische Psychologie überwinden sollte. Um sich in die Strukturen vor Ort einbringen zu können, waren dabei auch Kompromisse einzugehen. In der Veranstaltung nehmen wir uns die Zeit, das PSB-Projekt aus heutiger Sicht kennenzulernen und nützliche Erfahrungen zu diskutieren.

Themenstrang: »Einführung«

Referent_in: Josef Held

Tag/Zeit: Mittwoch, 12.9.2018, 15:30–17:30 Uhr

Ausgangspunkt ist die These, dass jede(r), ob ForscherIn, PraktikerIn oder Jugendliche(r) ein bestimmtes Bild vom Menschen hat und dass dieses die alltägliche Praxis mitbestimmt. In bestimmten Situationen wird diese Vorstellung davon, was den Menschen ausmacht, besonders aktualisiert und begründet das Handeln, in anderen tritt es zurück. Klaus Holzkamp hat das implizite Menschenbild der experimentellen Psychologie scharf kritisiert und in seiner Grundlegung der Psychologie die Besonderheit der menschlichen Natur herausgearbeitet. In meinem Vortrag werden die einzelnen Komponenten davon dargestellt und der Bezug zum Marxismus hergestellt.

Themenstrang: »Einführung«

Referent_innen: Daniel Schnur, Stephan Trautner

Tag/Zeit: Samstag, 15.9.2018, 10:00–12:00 Uhr

Durch eine Städte-übergreifende Kooperation verschiedener kritisch-psychologischer Initiativen werden Veranstaltungen wie die Ferienuni überhaupt erst möglich. Projekte wie diese sollen dazu beitragen die Kritische Psychologie bekannter zu machen und den hegemonialen Mainstream-Diskurs in der Psychologie radikal in Frage stellen. Um Psychologie nicht als Herrschaftswissenschaft zu betreiben, sondern ihr emanzipatorisches Potential zur Geltung zu bringen, wollten wir eine weitere Vernetzung von Initiativen und Studierender erreichen. Genau dafür möchten wir den Rahmen der Ferienuni auch nutzen und uns über Erfahrungen, aktuelle und künftige Projekte austauschen. Wir könnten uns vorstellen weitere Projekte und zukünftige Treffen miteinander auf den Weg zu bringen bzw. zu diskutieren welche Art der dauerhaften Vernetzung bzw. Kooperation durchführbar sind.

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Themenstrang: »Einführung«

Referent_innen: Bradley Fix, Stephan Trautner

Tag/Zeit: Mittwoch, 12.9.2018, 13:00–15:00 Uhr

Handlungsfähigkeit stellt die Grundkategorie der Kritischen Psychologie dar, welche Individuelles und Gesellschaftliches miteinander vermitteln soll. Menschen handeln auf Grundlage von gesellschaftlichen Bedingungen, welche Handlungsmöglichkeiten auch einschränken können, und sind wiederum an der Herstellung und Reproduktion dieser Bedingungen beteiligt. Dementsprechend kann unser Handeln beschränkende Bedingungen aufrechterhalten und diese gesellschaftlichen Verhältnisse aber gemeinsam mit anderen auch überschreiten und verändern. Nach einer kurzen Einführung in die Grundkategorie möchten wir in diesem Workshop Textpassagen zur Handlungsfähigkeit lesen und diese gemeinsam diskutieren. Im Anschluss daran möchten wir mit den Teilnehmenden alltägliche Situationen auf die Verwendbarkeit der Kategorie der Handlungsfähigkeit prüfen und damit auch das marxistische Fundament wie emanzipatorische Potential der Kritischen Psychologie aufzeigen.

Themenstrang: »Einführung«

Referent_in: Stephan Trautner

Tag/Zeit: Donnerstag, 13.9.2018, 13:00–15:00 Uhr

Grundgedanken marxistisch-subjektwissenschaftlicher Methodologie und Forschung

In dieser Veranstaltung soll den Teilnehmenden ein erster Überblick in die Möglichkeiten kritisch-psychologischer Forschung geboten werden. Ausgehend von einer Kritik der experimentell-quantiativen Mainstream-Forschung sollen Ansätze einer Methodologie vorgestellt werden, welche die Subjekte, deren Gründe und ihr Verhältnis zur gesamtgesellschaftlichen Organisation in ihren Mittelpunkt stellt. Insbesondere werden dabei die Grundannahmen und wissenschaftstheoretischen Bezügen, Fragen der Verallgemeinerung sowie das Verhältnis von Forschenden und sog. Mitforschenden thematisiert werden. Im zweiten Teil der Veranstaltung sollen die Umsetzbarkeit dieser Grundannahmen im Forschungsalltag diskutiert werden. Gerne können auch Forschungsvorhaben und -erfahrungen eingebracht werden und deren subjektwissenschaftlichen Anteile bzw. Potentiale gemeinsam diskutiert werden.

Themenstrang: »Forschung«

Referent_innen: Ariane Brenssell, Ulrike Eichinger, Josef Held, Barbara Schäuble

Tag/Zeit: Donnerstag, 13.9.2018, 10:00–12:00 Uhr

Die Bedeutung der Kritischen Psychologie für die konkrete Forschung

Klaus Holzkamp hat in seinem Werk »Grundlegung der Psychologie« methodologische Prinzipien für die aktualempirische Forschung (9. Kapitel) entwickelt und dabei deutlich gemacht, dass die KPs für die konkrete Forschung zwar allgemeine Prinzipien als strukturierenden Rahmen vorschlägt, aber keine speziellen empirischen Methoden propagiert. Dem schließen wir uns an. Die Methoden sollen sich nach den jeweiligen Gegenständen richten, d.h. sie folgen dem Prinzip der »Gegenstandsadäquatheit«. In der Subjektwissenschaft wird die Kontrollwissenschaft abgelehnt und eine Intersubjektivitätsbeziehung zwischen Forscher_innen und Erforschten angestrebt, die man als ‚Mitforscherprinzip‘ bezeichnen kann. Da es in der konkreten Forschung um eine Verbesserung der Praxisverhältnisse gehen soll, wird vor allem die Einheit von Praxis und Erkenntnisgewinnung postuliert. In der Auswertung geht es dann um die Herausarbeitung typischer Grundsituationen, d.h. um die ‚Möglichkeitsverallgemeinerung‘. Weiterlesen »

Themenstrang: »Forschung«

Referent_innen: Martin Dege, Stefan Thomas

Tag/Zeit: Freitag, 14.9.2018, 10:00–12:00 Uhr

Wieviel Forschung braucht Veränderung?

Wir wollen gemeinsam jenseits überkommener Vorstellungen von wertfreier Wissenschaft vor dem Hintergrund unserer eigenen Praxis diskutieren, was partizipative Forschung und Aktionsforschung sein kann. In der Methodendebatte lassen sich partizipative Ansätze zwischen zwei Bezugspunkten verorten: Auf der einen Seite steht eine Erweiterung des Wissenschaftsverständnisses qualitativer Sozialforschung, in der die Gegenstandsangemessenheit durch die Partizipation der Co-Forscher vertieft werden soll. Auf der anderen Seite steht der Anspruch der Aktionsforschung nach einer wissenschaftlich begleiteten Veränderung von sozialer Praxis. In Participatory Action Research werden diese beiden Perspektiven in vielfältiger Weise miteinander kombiniert. Weiterlesen »

Themenstrang: »Einführung«

Referent_in: Sascha Frank

Tag/Zeit: Donnerstag, 13.9.2018, 13:00–15:00 Uhr

Ausgehend von der Analyse konkreter Arbeit hat Marx seine Theorien zum Kapitalismus entwickelt. Nach wie vor ist es aufschlussreich, unsere Arbeitsbedingungen zu analysieren, zum Beispiel um Fragen wie »Welche Arbeit ist wieviel wert?« oder »Wieviel müssen wir arbeiten?« beantworten zu können. In dem Workshop machen wir uns mit Marxens Arbeitsbegriff vertraut und können diskutieren, wie weit er heute reicht.

Die Einführungsveranstaltung erwartet keine Vorkenntnisse.

Themenstrang: »Praxis«

Referent_in: Melanie Stitz

Tag/Zeit: Mittwoch, 12.9.2018, 13:00–15:00 Uhr

Erinnerungsarbeit nach Frigga Haug ist eine Methode kollektiver Erkenntnisgewinnung aus der biographischen Erinnerung einzelner – eine Textarbeit –, mit der (nicht nur, aber vor allem) Frauen bereits mehr als drei Jahrzehnte lang (selbst-)kritisch Vergesellschaftungsprozesse untersucht haben. In der Erinnerungsarbeit werden gemeinsam jene Strategien reflektiert, mittels derer wir uns als Unterworfene in die Verhältnisse hineinarbeiten, z.B. indem wir unsere Gefühle und widerständige Sehnsüchte ausblenden, indem wir uns als Vereinzelte konstruieren oder indem wir das, was wir wollen auch wieder nicht wollen. Oftmals erzählen die selbst verfassten Texte aber auch von dem Mut und der Hoffnung, dass Selbstbefreiung möglich ist. Die so gewonnenen Einsichten sind gleichermaßen schmerzhaft wie befreiend. Erinnerungsarbeit ist somit ein nützliches Werkzeug, um Handlungsfähigkeit zu gewinnen. Weiterlesen »

Themenstrang: »Gesellschaft«

Referent_in: Artur Brückmann

Tag/Zeit: Freitag, 14.9.2018, 10:00–12:00 Uhr

Rudi Dutschke begriff das Studium als »Möglichkeit, sich durch intensive Anstrengung von den durch Vergangenheit und Erziehung verinnerlichten fremden Herrschaftsinteressen zu befreien, die spezifisch menschliche Verstandestätigkeit in sprengende Vernunft gegen die bestehende Gesellschaft zu transformieren« (Mai 1967). So ist Bildung die (kollektive) Erweiterung von Handlungsmöglichkeiten. Mit sozialistischem, antifaschistischem und friedenspolitischem Impetus erkämpften die 68er eine Demokratisierung und soziale Öffnung der Hochschulen, eine Politisierung der Wissenschaft (»Marx an die Uni«) und eine Verwissenschaftlichung (Projektstudium) sowie soziale Sicherung (BAföG) des Studiums.

50 Jahre Klassenkampf um die Hochschulen später, befinden wir uns in der Welt der »Unternehmerischen Hochschule«, des Bachelor-Master-Systems und der strukturellen Unterfinanzierung. Der heutige akademische Kapitalismus (R. Münch) ist gekennzeichnet durch soziale Prekarität, Creditpoint- und Drittmittelabhängigkeit, Refeudalisierung der Organisationsstruktur, Leistungsdruck und Konkurrenz sowie die organisierte Belanglosigkeit von Postmoderne bis Positivismus. Auf subjektiver Seite bedeutet dies einen Habitus subalterner Konformität und die epidemische Ideologie der »Eigenverantwortung«. Weiterlesen »

Ferienuni Kritische Psychologie 2018 using Theme Adventure by Eric Schwarz adapted by Stefan Meretz
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