Die Ferienuni 2018 ist gelaufen! In der »neuen« Ferienuni-Geschichte gab es noch nie so viele Teilnehmer*innen – über 900! Viele Menschen schrieben uns, dass sie nicht kommen konnten und hoffen, dass wir die Veranstaltungen dokumentieren. Das versuchen wir zu tun. Doch es wird einige Zeit dauern, bis wir das Material von den Referent*innen bekommen und die Audio-Aufzeichnungen bearbeitet haben.

Das Material sowie die Audioaufzeichnungen stellen wir nach und nach auf der Dokumentationsseite zur Verfügung. Schaut mal immer wieder vorbei 🙂

Die Ferienuni Kritische Psychologie unter dem Motto »Ask them why« vom 11. bis 15. September an der Alice-Salomon-Hochschule in Berlin rückt näher. Das Programm ist komplett. Auch kurzfristige Anmeldungen zur Teilnahme sind noch möglich:

Jetzt anmelden! – Einfach hinkommen!

We are approaching the Critical Psychology Summer School according to the motto »Ask them why« from 11th to 15th of September at Alice-Salomon-Hochschule. The program is complete. Sign-ups for participation are yet possible:

Sign-up now! – Just come!

Themenstrang: »Gesellschaft«

Referent_innen: Katrin Reimer-Gordinskaya, Miriam Pieschke

Tag/Zeit: Donnerstag, 13.9.2018, 13:00–15:00 Uhr

Im Workshop stellen wir Ergebnisse und Erfahrungen aus einem Projekt eingreifender Forschung aus Stendal, Sachsen-Anhalt, vor. Während Rechtspopulismus oft entweder als „Kulturkampf“ oder als »Klassenkampf« gedeutet und entsprechend angegangen wird, versuchen wir beide Ansätze zu verbinden. Dabei wollen wir u.a. herausfinden, welche problematischen Alltagserfahrungen, die derzeit von rechts ideologisch aufgriffen werden, in progressiver Weise von links angesprochen und in konkreten, organisierenden Projekten vor Ort angegangen werden können.

Je nachdem welche Interessen die Teilnehmenden mitbringen können eher die konzeptionellen Hintergründe oder der praktische Ansatz des Projektes ausführlich beleuchtet werden.

Themenstrang: »Praxis«

Referent_innen: Sascha Frank, Carolin Hansen, Alina Göres

Tag/Zeit: Freitag, 14.9.2018, 15:30–17:30 Uhr

Anknüpfend an den Vortrag von Christian Küpper »Welcome to normality! – Die (sozial-)psychiatrische Ordnung, gesellschaftliche Herrschaft und die Spuren des Wahnsinns« soll in dieser Veranstaltung gemeinsam über die Konsequenzen der Psychiatriereform diskutiert werden. Wo sind Handlungsspielräume entstanden, wo haben sich neue Problemfelder entwickelt und wo bestehen alte fort?

Themenstrang: »Einführung«

Referent_in: Martin Fries

Tag/Zeit: Freitag, 14.9.2018, 13:00–15:00 Uhr

Poststrukturalismus vs. historischer Materialismus

Auf den letzten Ferienunis hat sich eine produktive Diskussion zwischen drei grundlegenden Philosophien emanzipatorisch intendierter Psychologie entsponnen: Dem Historischen Materialismus (oder auch Marxismus genannt), Poststrukturalismus und Psychoanalyse. Zwischen diesen philosophischen Grundüberzeugungen gibt es heftige Kontroversen. Schließlich sind die Vertreter*innen aller Richtungen überzeugt davon, dass der Ausgang von ihrem erkenntnistheoretischen Fundament eine allgemeine menschliche Emanzipation begünstigt, während die Denkvoraussetzungen der anderen eine solche Perspektive gerade versperren. Weiterlesen »

Themenstrang: »Freestyle«

Referent_in: Vorbereitungsteam Ferienuni

Tag/Zeit: Samstag, 15.9.2018, 21:00–open end

Die Party nach der Ferienuni findet statt. Der Ort wird auf der Ferienuni bekannt gegeben.

Themenstrang: »Gesellschaft«

Referent_innen: Michael Zander, Christine Riegel

Tag/Zeit: Samstag, 15.9.2018, 10:00–12:00 Uhr

In der Veranstaltung werden verschiedene Positionen zum Intersektionalitätskonzept vorgestellt und diskutiert. Hierzu werden beide Referent*innen ihre Ansätze darlegen, um dann in eine gemeinsame Diskussion überzugehen.

Christine Riegel: In dem Beitrag wird das macht- und herrschaftskritische Potenzial von Intersektionalität(-sansätzen) diskutiert, mit Blick auf Analyse, Reflexion, Kritik und Veränderung von forschender und (sozial-)pädagogischer Praxis; ebenso die damit verbundenen Herausforderungen und Begrenzungen. Dabei wird auch darauf eingegangen, inwieweit subjektwissenschaftliche Prämissen und Konzepte der Kritischen Psychologie relevant gemacht werden können.

Michael Zander: Was ist problematisch an Intersektionalität? Wenngleich die wissenschaftliche und politische Relevanz von Mehrfachdiskriminierungen anzuerkennen ist, hinterfragt der Input aktuelle Ansätze und Ansprüche der Intersektionalitätsforschung. So bleiben die Sozialstrukturanalysen unzulänglich, weil sie die kapitalistischen Charakteristika der Gesellschaft nicht angemessen berücksichtigen. Außerdem wird das Konzept des Privilegs kritisiert, weil es individuelle Rechte mit Vorteilen und Struktureffekte mit persönlichen Eigenschaften vermengt. Am Beispiel von »Klassismus« und »Ableismus« wird gezeigt, wie die Intersektionalitätsforschung komplexe Forschungsgegenstände auf Diskriminierung reduziert. Schließlich problematisiert der Beitrag, dass Intersektionalität, ebenso wie »Social Justice«, im Liberalismus verwurzelt ist.

Moderation: Nora Ruck

Themenstrang: »Praxis«

Referent_innen: Irene Nenoff-Herchenbach, Therese Kruse

Tag/Zeit: Freitag, 14.9.2018, 15:30–17:30 Uhr

Dialogische Praxis in der Begleitung akuter psychosozialer Krisen

Wir stellen den finnischen Ansatz des Offenen Dialogs kurz vor und wollen gemeinsam ins Üben kommen. Offener Dialog ist eine Möglichkeit des Umgangs mit akuten psychosozialen Krisen. Er basiert auf einem dialogischen Austausch zwischen allen, die die Krise (mit)erleben. Insofern werden Umgebungsfaktoren aktiv mit in das Konzept von Krise einbezogen. Es werden Gespräche moderiert zwischen Betroffenen, Familienangehörigen, Freunden, Bekannten, Kollegen und Menschen, die unterstützen können. Durch ein neues Verständnis der Situation entstehen individuelle Hilfen aus der Krise heraus. Hierbei sind uns die Toleranz von Vielfalt, die Wahrung der Würde aller Menschen und ihrer Autonomie von besonderer Bedeutung. Weiterlesen »

Themenstrang: »Praxis«

Referent_in: Erik Meyer

Tag/Zeit: Freitag, 14.9.2018, 15:30–17:30 Uhr

(Queer-)feministische und kritisch-psychologische Zugänge

Trans*-Menschen, die sich ihrem bei Geburt zugewiesenen Geschlecht nicht oder nur eingeschränkt zuordnen können bzw. wollen, erleben im binär ausgerichteten Geschlechtersystem neben der Schwierigkeit, sich bezüglich des eigenen So-Seins zu verorten, vielfältige Diskriminierungen, auch durch Angehörige des Hilfesystems. Um so wichtiger sind explizit trans* unterstützende Angebote, die auch die Community-Diskurse antizipieren. Ein solches Angebot besteht in Hamburg seit Anfang 2011 mit der Trans*beratung, die auf hierfür hilfreiche Konzepte der Psychologie und ihrer Nachbargebiete zurückgreift. Das Angebot ist niederschwellig, parteilich und an den individuellen Anliegen und Bedürfnissen orientiert. In der Tradition emanzipatorischer psychologischer Ansätze wie Gay Counseling und (queer)feministischer Psychologie basiert die Arbeit auf einem affirmativen Verständnis der Vielschichtigkeit von trans* Lebensweisen und stellt nicht-normative Perspektiven zur Verfügung. Methodisch wird vorrangig der systemische Beratungsansatz verwendet, so weit wie möglich werden dabei Denkansätze aus der Kritischen Psychologie einbezogen. Diese können auch dabei helfen, aus trans* Perspektive einen klareren Blick auf die gesellschaftlichen (Macht-)Verhältnisse zu entwickeln, um sich dazu verhalten zu können, wobei auch die Verhältnisse innerhalb der Community berücksichtigt werden.

Im Vortrag und in der anschließenden Diskussion werden Fragen der Zuhörenden berücksichtigt. Vorkenntnisse sind nicht erforderlich.

Themenstrang: »Einführung«

Referent_in: Vorbereitungsteam Ferienuni

Tag/Zeit: Dienstag, 11.9.2018, 14:00–15:30 Uhr

Yes, es geht los! Das Vorbereitungsteam freut sich mit euch auf eine spannende Ferienuniversität Kritische Psychologie 2018.

Themenstrang: »Praxis«

Referent_in: Silvia Schriefers

Tag/Zeit: Donnerstag, 13.9.2018, 10:00–12:00 Uhr

Der Workshop befasst sich mit den psychosozialen Bedarfen von geflüchteten Menschen und ihrer gesundheitlichen Versorgungssituation. Damit zusammenhängend werden folgende Fragen erörtert: 1) Was sind die psychosozialen Auswirkungen der Erfahrung von Folter/Gewalt, Flucht und Leben im Exil? 2) Aus welchen Lebenslagen suchen Geflüchtete psychotherapeutische Unterstützung und (wie) kann Psychotherapie hilfreich sein im Kontext von oftmals ausgrenzenden und unsicheren Lebensbedingungen der Hilfesuchenden? 3) Welche Möglichkeiten gibt es sich zu den gesellschaftlichen Ursachen psychischen Leides zu verhalten und wie beeinflusst dies die therapeutische Arbeit?

Ferienuni Kritische Psychologie 2018 using Theme Adventure by Eric Schwarz adapted by Stefan Meretz
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