Themenstrang: »Praxis«

Referent_in: Leonie Knebel

Tag/Zeit: Samstag, 15.9.2018, 10:00–12:00 Uhr

»Emanzipatorisch relevant wäre psychologische Forschung«, so Holzkamp (1970) »insofern sie zur Selbstaufklärung des Menschen über seine gesellschaftlichen und sozialen Abhängigkeiten beiträgt und so die Voraussetzungen dafür schaffen hilft, dass der Mensch durch Lösung von diesen Abhängigkeiten seine Lage verbessern kann.« Kritische Psychologie ist für ihn die »Lehre von den sekundären Abhängigkeiten«, die sich Menschen anders als die »faktischen historisch-ökonomischen Bedingungen« zur Vereinfachung der Angstvermeidung und Spannungsreduktion selbst schaffen. Weiterlesen »

Themenstrang: »Forschung«

Referent_in: Klaus Weber

Tag/Zeit: Donnerstag, 13.9.2018, 10:00–12:00 Uhr

Von der Unmöglichkeit, Lucien Sèves Buch »Marxismus und Theorie der Persönlichkeit« zu lesen

»Marxismus und Theorie der Persönlichkeit« von Lucien Sève, dem über 90-jährigen französischen Kommunisten und Philosophen, stellt eine Provokation sondergleichen dar – vor allem für Psycholog_innen. Gerade sein Bezug auf die Marxschen Feuerbachthesen und seine »außermittige« Erklärung menschlichen Handelns führen dazu, dass viele glauben, er vernachlässige das subjektive Moment. Doch es könnte alles ganz anders gelesen werden…

Themenstrang: »Gesellschaft«

Referent_in: Klaus Weber

Tag/Zeit: Donnerstag, 13.9.2018, 13:00–15:00 Uhr

In den Bewegungen und Parteien, die emanzipatorischen und befreiungstheoretischen Anspruch haben, gehen uns immer wieder Gefährt_innen auf dem Weg zu einer besseren Welt »verloren«. Abweichler, Verräterinnen, bürgerliche Schnösel, die immer schon auf dem Weg zurück in den falschen Reichtum waren: so oder ähnlich lauten dann die abwertenden Kommentare der »aufrecht Kämpfenden«. Doch die Fragen bleiben: Benötigt es für die »linke« politische Arbeit eine besondere Persönlichkeitsstruktur, eine besondere Biografie? Und: Gibt es Wege und Mittel, dafür zu sorgen, dass wir das Wegdriften alter Gefährt_innen verhindern können?

Themenstrang: »Einführung«

Referent_in: Moritz Thede Eckart

Tag/Zeit: Mittwoch, 12.9.2018, 10:00–12:00 Uhr

Ziel des Vortrags ist es, eine Einführung in die erkenntnistheoretischen Grundlagen positivistischer psychologischer Forschung zu bieten und diese ins Verhältnis zu den Annahmen und der Kritik der Frankfurter Schule zu setzen. Als Bezugspunkt wird der in der deutschen Soziologie geführte Positivismusstreit, also die Diskussion zwischen Vertretern des Kritischen Rationalismus und der Kritischen Theorie (u.a. geführt zwischen Popper und Adorno), genommen.

In diesem Vortrag geschieht dies aus der Perspektive der sich als naturwissenschaftlich verstehenden Psychologie – also explizit nicht aus externer geisteswissenschaftlicher Sicht. Es geht also nicht um die Vermittlung von Expert*innen Wissen, sondern vielmehr um eine Selbstreflexion der eigenen Methodik.

Themenstrang: »Praxis«

Referent_innen: Moritz Thede Eckart, Daniil Serko

Tag/Zeit: Mittwoch, 12.9.2018, 13:00–15:00 Uhr

Wie können Ansätze der Kritischen Psychologie in der therapeutischen Arbeit nutzbar gemacht werden?

Die Kritische Psychologie liefert – wobei zuvorderst die »Grundlegung« von Klaus Holzkamp zu nennen ist – wertvolle Beiträge für ein fundiertes theoretisches Verständnis dessen was Psychologie ist und insbesondere über die Spezifika der menschlichen Psyche. Dabei beschreibt sie, wie sich der Mensch im evolutionären Prozess zu einem gesellschaftlichen Wesen entwickelte und sich somit qua seiner genetischen Grundlagen bewusst und je individuell begründet zu seiner sozialen Umwelt verhält. Weiterlesen »

Themenstrang: »Einführung«

Referent_in: Annette Schlemm

Tag/Zeit: Donnerstag, 13.9.2018, 10:00–12:00 Uhr

Die Anwesenden können aussuchen, ob sie mehr zum Thema „Dialektik und Entwicklung“ mit dem Fokus auf der Begründbarkeit der funktional-historischen Methode hören und diskutieren wollen oder zum Thema der „Dialektik in den Kategorien der Kritischen Psychologie“ oder zu beidem.

Themenstrang: »Forschung«

Referent_in: Christine Zunke

Tag/Zeit: Donnerstag, 13.9.2018, 13:00–15:00 Uhr

Nach einer thesenhaften Einleitung in neuzeitliche Biologismen (Genetik, Neurophysiologie, Evolutionspsychologie) und die ihnen eigenen Mechanismen, wissenschaftliche Objektivität und Ideologie zu verquicken, sollen Ausschnitte aus evolutionspsychologisch argumentierenden Texten (evtl. in Gruppenarbeit?) untersucht und diskutiert werden: Lassen sich empirische Fakten und Ideologieproduktion (z.B. über geschlechtsspezifisches Verhalten) methodisch trennen? Welche Probleme tauchen bei der Kritik dieser Texte auf, welche Prämissen müssen vorausgesetzt werden, um gegen wissenschaftliche Formen der Naturalisierung gesellschaftlicher Verhältnisse argumentieren zu können?

Themenstrang: »Praxis«

Referent_in: Katharina Simons

Tag/Zeit: Freitag, 14.9.2018, 15:30–17:30 Uhr

Wie komme ich unter ausbeuterischen Bedingungen in der Psychotherapeut_innenausbildung zu Selbstwirksamkeitserfahrungen?

Diese Veranstaltung möchte Hintergrundinformationen zu den aktuellen Ausbildungsbedingungen liefern. Sie möchte die Möglichkeiten des berufspolitischen Engagements vorstellen, die es gibt und viele Beispiele von Aktionen geben und so zu einem aktiven und selbstbewussten Umgang mit der Ausbeutung in der Ausbildung einladen. Es soll Raum für Fragen, Diskussion und Vernetzung geben. Vorkenntnisse sind nicht erforderlich.

Themenstrang: »Einführung«

Referent_in: Uwe Hirschfeld

Tag/Zeit: Freitag, 14.9.2018, 10:00–12:00 Uhr

Eine leicht verständliche Einführung in das politisch-operative Begriffskonzept Gramscis

Die Bedeutung des Alltagsverstandes für die Hegemonie ist kaum zu unterschätzen, aber viel zu oft wird der Begriff allzu leichtfertig in der Diskussion verwendet. Im dem Workshop geht es um eine Rekonstruktion der Begriffsentwicklung in den Gefängnisheften Gramscis. Dabei soll deutlich werden, dass es dabei nicht um »Psychologie« geht, sondern um einen politisch-kritischen Umgang mit Alltagshandeln – was dann selbstverständlich auch Folgen für pädagogisches und politisches Agieren hat.

Themenstrang: »Praxis«

Referent_in: Uwe Hirschfeld

Tag/Zeit: Freitag, 14.9.2018, 13:00–15:00 Uhr

Hegemonie, Alltagsverstand und Dialog in der Praxis

Will sich Soziale Arbeit nicht der neoliberalen Zurichtung anpassen, in dem sie die „Bildungsfähigkeit“ der Subalternen herstellt, muss sie ein Verständnis politischer Bildung entwickeln, das sich sowohl mit der Hegemonie bürgerlicher Herrschaft befasst, wie auch ein Konzept emanzipatorischer Subjektbildung entwickeln. Mit Gramscis Begriffskonzept des Alltagsverstandes (dessen Kenntnis in diesem Workshop vorausgesetzt wird) kann ein entsprechender sozialpädagogischer Zugang gefunden und eine dialogische Praxis kritischer Bildung im Praxisalltag sozialer Arbeit skizziert werden.

Ferienuni Kritische Psychologie 2018 using Theme Adventure by Eric Schwarz adapted by Stefan Meretz
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