Themenstrang: »Einführung«

Referent_in: Eileen Wengemuth

Tag/Zeit: Freitag, 14.9.2018, 10:00–12:00 Uhr

Critical psychology states that humans‘ emotions, cognitons and behaviour always take place in certain social, economic and cultural conditions. Humans are by nature social or rather “societal” beings. Thus in order to understand people’s actions and their reasons for these actions we must first have an understanding of the society they live in. In this workshop I will first try to explain how this natural sociality could, according to Critical Psychology, have developed in human phylogenesis and ontogenesis.
Hopefully we can then discuss examples of how in academic psychology and in everyday life social conditions are often personalized. Additionally we speak about why critical psychology criticizes the “nature vs. nurture” debate of mainstream psychology and how most social psychology-approaches don’t grasp society but only immediate social interactions.

Themenstrang: »Einführung«

Referent_in: Eileen Wengemuth

Tag/Zeit: Dienstag, 11.9.2018, 15:30–17:30 Uhr

Einführung in das wissenschaftstheoretische 4-Ebenen-Konzeption der Kritischen Psychologie

Was haben verschiedene Annahmen darüber, wie und ob Menschen richtige Aussagen über ihre Umwelt treffen können, mit psychologischen Theorien zu tun? Kann ich mich mit jemandem, der ein komplett anderes Verständnis von Gesellschaft hat als ich, sinnvoll über Menschen und ihre Handlungen unterhalten? Inwiefern prägen Begriffe, die eine Wissenschaft verwendet, die Theorien, die sie aufstellt? Solche Fragen werden im Psychologiestudium und im Alltag selten gestellt, haben aber dennoch eine Relevanz. In diesem Workshop möchte ich das 4-Ebenen-Modell aus der Grundlegung einführen und anhand verschiedener Beispiele erläutern, dass Kritik an bürgerlicher Psychologie auf verschiedenen Ebenen ansetzen kann und ansetzen sollte.

Themenstrang: »Forschung«

Referent_innen: Ariane Brenssell, Luise Maier

Tag/Zeit: Donnerstag, 13.9.2018, 13:00–15:00 Uhr

Eine partizipative Forschung

Wir stellen das Projekt »Kontextualisierte Traumarbeit – eine partizipative Forschung« vor. Zusammen mit dem »Bundesverband Frauenberatungsstellen und Frauennotrufe – Frauen gegen Gewalt (bff)«, in dem 170 Fachstellen zu (sexueller) Gewalt an Frauen organisiert sind, und mit Expertinnen aus Erfahrung haben wir untersucht: Was verändert sich, wenn man in der Arbeit von einem erweiterten Traumaverständnis ausgeht, in dem gesellschaftliche Machtverhältnisse systematisch berücksichtigt werden? Wir werden den Anlass für die Entstehung des Projekts, unsere partizipative Herangehensweise und zentrale Erkenntnisse skizzieren: Was macht eine kontextualisierte Traumaarbeit aus? Welche Implikationen hat es für die Beratungsarbeit und für die Konzepte von Traumata, wenn die Bearbeitung von Gewalterfahrungen und Traumata konsequent als gesellschaftlich vermittelte Prozesse verstanden werden?

Vorkenntnisse sind nicht erforderlich.

Themenstrang: »Forschung«

Referent_innen: Banafsche Sayyad, Sören Krach

Tag/Zeit: Samstag, 15.9.2018, 10:00–12:00 Uhr

Über die Rückkehr von Rasse-Konzepten und die Reproduktion stereotyper Geschlechtervorstellungen in den kognitiven Neurowissenschaften

Weltweit wird an immer mehr (auch zunehmend psychiatrischen) Einrichtungen innerhalb der relativ jungen Disziplin „Cultural Neuroscience“ (CNS) geforscht, seit einigen Jahren auch in Deutschland. Dabei werden Fragestellungen generiert und Aussagen getroffen, die nachzeichnen sollen, wie sich „kulturelle“ Phänomene, Erfahrungen und Mechanismen der Interaktion von „Kulturen“ im menschlichen Gehirn mit Techniken der funktionellen Bildgebung abbilden lassen. Dabei lassen sich zwei Forschungslinien unterscheiden, die im Vortrag herausgearbeitet werden sollen: Während eine Linie das Ziel verfolgt, „kulturelle Differenzen“ herauszuarbeiten, untersucht die andere Linie innerhalb der CNS „universelle biologische Mechanismen“ im Verhalten gegenüber „fremden Kulturen oder Gruppen“ und „kulturelles Abgrenzungsverhalten“. Beide Stränge von Studien operieren mit Kulturbegriffen, die weder definiert noch reflektiert werden. Stattdessen wird auf Biologie und Abstammung als Bezugsgrößen für „Kultur“ rekurriert. Weiterlesen »

Themenstrang: »Gesellschaft«

Referent_in: Janek Niggemann

Tag/Zeit: Freitag, 14.9.2018, 13:00–15:00 Uhr

Zur Funktionskritik von Autorität in der Kritischen Psychologie

Als Erfahrungswissenschaft kann die Kritische Psychologie nützlich sein, um zu verstehen, warum Menschen sich (freiwillig) in Autoritätsbeziehungen begeben. Die Autorität, die im Normalen steckt, als die unhinterfragte Norm, wird dann sichtbar, wenn sie von denen infrage gestellt wird, die nicht mehr an sie glauben, von ihr profitieren oder schlicht nicht mehr unter ihr leiden will. Im Workshop werden einige Thesen über Autorität vorgestellt, an denen die Kritische Psychologie sowohl einiges zu sagen hat, sich durch sie aber auch neue Perspektiven zeigen lassen.

Vorkenntnisse erwünscht.

Themenstrang: »Gesellschaft«

Referent_in: Janek Niggemann

Tag/Zeit: Freitag, 14.9.2018, 10:00–12:00 Uhr

Klassismus, Emotionalität und soziale Herkunft in kritisch-psychologischer Perspektive

Im Workshop steht der Austausch über Klassismus und soziale Herkunft im Mittelpunkt, die mit sozialer Scham, Angst, Selbstausschlüssen und anderen Bearbeitungsformen einher gehen. Schwerpunkt wird die Frage sein, wie wirksam Klasse als eine Dimension sozialer Ungleichheit in kritisch-psychologischen Konzepten und Theorien aufgenommen werden kann. Inwiefern gelingt es in therapeutischen und gesellschaftskritischen Psychologien wie Psychoanalyse und Kritischer Psychologie auf Klassenerfahrungen besonders einzugehen? Sind solche Ansätze ein Weg zum produktiven Umgang mit den Widersprüchen von jenen, die zwischen „zwei Welten“ leben? Was bringt das kritisch-psychologische Konzept der Emotionalität für die Potentiale, widerständig zu handeln?

Keine Vorkenntnisse nötig.

Themenstrang: »Gesellschaft«

Referent_in: Simon Sutterlütti

Tag/Zeit: Mittwoch, 12.9.2018, 13:00–15:00 Uhr

Eine kritisch-psychologische Untersuchung unserer Beziehungen

Das Streben nach Unabhängigkeit und Eigenständigkeit scheint eine alltägliche Sache in unserer Gesellschaft zu sein. Es gilt als Ziel der Selbstentwicklung und wird als Grundlage von Beziehungen gesehen: Erst wer allein klar kommt, gilt überhaupt erst fähig, mit anderen Personen erfüllende Beziehungen einzugehen. Diese Normalität ist jedoch eine gesellschaftliche Normalität. Im Kapitalismus ist es normal getrennt zu sein, normal, dass die „eigenen Lebensinteressen durch die Interessen anderer eingeschränkt sind“ (Holzkamp). Diese Situation macht soziale Beziehungen tendenziell zu Beziehungen der Instrumentalität. Wir nutzen uns gegenseitig, bleiben einander Objekte. Weiterlesen »

Themenstrang: »Praxis«

Referent_innen: Stefan Meretz, Denis Neumüller, Flavio Stein

Tag/Zeit: Freitag, 14.9.2018, 13:00–15:00 Uhr

Eine Praxis Kritischer Psychologie

Wie kann die Kritische Psychologie (KP) praktisch werden? Wie kann sie in unser alltägliches Leben und unsere politische Praxis wirken? Für uns wurde die KP ein wichtiger Teil unseres Lebens als wir vor vielen Jahren begannen, eine kollektive Praxis der Selbstverständigung auf Basis der KP zu schaffen. In einer Kollektiven Selbstverständigung (KSV) versuchen wir einen sozialen Raum zu schaffen, in dem wir die Wirkungen von Herrschaftsstrukturen in unserem eigenen Leben aufdecken und andere Handlungsmöglichkeiten entwickeln können. Wie missachte je ich meine Bedürfnisse im Alltag? Wie kontrolliere und beherrsche ich andere? Wie mache ich in meiner romantischen Beziehung die andere(n) Person(en) abhängig? Wie können wir bedürfnisorientierte  Beziehungen leben? Wie kann ich mich zu dem Zwang des Geldverdienens verhalten? Wir wollen in einem Vortrag zuerst die grundlegende Theorie Kollektiver Selbstverständigung entwickeln, um dann über unsere konkrete Praxis und einige Erfahrungen sprechen. Abschließend wollen wir mit euch über die KSV mit ihren Möglichkeiten und Grenzen diskutieren.

Themenstrang: »Gesellschaft«

Referent_innen: Stefan Meretz, Simon Sutterlütti

Tag/Zeit: Freitag, 14.9.2018, 10:00–12:00 Uhr

Eine Utopie auf Grundlage der Kritischen Psychologie

Die Rechtfertigung der heutigen Gesellschaft ist gleichzeitig dünn und hart: „Der Kapitalismus ist die am wenigsten schlechte Gesellschaft zu der Menschen fähig sind“. Emanzipatorische Ansätze verhalten sich hierzu radikal-kritisch, indem sie auf die Verwirklichung einer (be)frei(t)en Gesellschaft zielen. Doch sind wir Menschen überhaupt zu solch einer freien Gesellschaft fähig? Liegt diese im menschlichen Möglichkeitsraum? Und wie müsste diese grundlegend funktionieren, damit sie menschlich möglich ist? In dieser Veranstaltung wollen wir versuchen auf Basis der Kritischen Psychologie eine Utopie zu bestimmen. Eine Utopie, in welcher die Bedürfnisbefriedigung der Einen nicht auf Kosten Anderer geht. Eine Gesellschaft, in welcher es für mich subjektiv funktional ist, die Bedürfnisse anderer in meiner Bedürfnisbefriedigung einzubeziehen. Eine Inklusionsgesellschaft, in welcher „die freie Entwicklung eines jeden die Bedingung für die freie Entwicklung aller ist“ (Marx/Engels). Weiterlesen »

Themenstrang: »Einführung«

Referent_innen: Stefan Meretz, Denis Neumüller

Tag/Zeit: Dienstag, 11.9.2018, 15:30–17:30 Uhr

In dieser Veranstaltung wollen wir versuchen die Grundkonzepte der Kritischen Psychologie (KP) einzuführen. Wir möchten besonders die Theoriebausteine hervorheben, welche für alltägliches und politisches Handeln von Bedeutung sind. Wir verdeutlichen die Besonderheit der KP mittels eines Vergleichs mit anderen psychologischen Theorien. Folgende Fragen werden wir stellen: Weshalb haben Emotionen in der KP eine solch entscheidende Bedeutung? Und was hat das mit Feminismus zu tun? Warum sagt die KP, dass jedwedes Verhalten begründet ist und dass jemandem die Gründe abzusprechen bedeutet, ihm/ihr die Menschlichkeit abzusprechen? Was meint die KP, wenn sie behauptet, dass wir im Kapitalismus selbstfeindschaftlich handeln? Wie erklärt wie KP das Unbewusste? Warum behauptet die KP, dass viele psychologische Theorien nur die Oberfläche menschlichen Verhaltens beschreiben und vorwissenschaftlich sind? Weshalb gibt es in der KP keine Hierarchie zwischen Bedürfnissen oder so etwas wie Grundbedürfnisse? Wie erklärt KP, dass wir Menschen Bewusstsein haben? Weshalb muss eine Kritische Psychologie gesellschaftskritisch sein? Wie würde sich politische Praxis durch Kritische Psychologie verändern?

Ferienuni Kritische Psychologie 2018 using Theme Adventure by Eric Schwarz adapted by Stefan Meretz
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